Laut und rau und kurz und schnell. Das ist Radio Bastard. Der Punk Song unter den Podcasts. Das fast täglich erscheinende Audiotagebuch, in dem ich mich Themen widme, um die es dann geht. Und das hier ist die Website dazu. Websites für Podcasts braucht ja eigentlich kein Mensch. Die sind im Grunde so nützlich wie ein Blinker an einem Zeppelin. Der Podcast selber ist dafür aber umso spannender und erfrischend anderser als die ganze lauwarme Mainstream-Suppe, die so durch den Äther wabert und in der entweder lobotomierte Golems über alte Filme und Serien sinnieren oder abgehalfterte Comedians Werbung für ihr nächstes Soloprogramm machen. Radio Bastard ist unkonventionell und überraschend. So wie der bissige Ziegenbock im Streichelzoo. Oder der Tourette-Patient bei der Trauerfeier. Oder wie die Gurke auf dem Cheeseburger. Tim Pritlove sagte einmal: „Das ist der beste deutsche Podcast, den ich kenne und höre.“ Er meinte damit zwar nicht Radio Bastard, aber das kommt vielleicht noch.
Versuch einer Biographie.
Ich bin lebendig und vorhanden seit 1980. Damals kam ich auf einem Tretboot zur Welt. Meine Geburt wurde angekündigt durch eine Blut weinende Marienstatue und einen partiellen Venustransit. Beides verging aber wieder nach einer Weile. Aktuell halte ich mich die meiste Zeit im Ruhrgebiet auf. Manchmal auch in Hannover, hin und wieder an der Nordsee und gelegentlich im Land der flachen Dächer. Im echten Leben heiße ich natürlich nicht „Der Bastard“ sondern anders, aber damit ist nicht der skandinavische Name gemeint, deswegen ist es klein geschrieben.
Ich kann 5000 Weinsorten am Entkorkungsgeräusch erkennen, ein Zylinderschloss mit der Zunge öffnen und wurde 2006 vom TIME Magazine zur Person des Jahres gewählt. Kurz darauf wurde mir die Weltherrschaft angeboten, aber ich lehnte ab um meinen Highscore bei Tetris zu verbessern.
Ich habe einen verhältnismässig mittelstark ausgeprägten Drang, Dinge im Internet zu erzählen. Das Spektrum reicht dabei von ausufernden Anekdoten über improvisierte Monologe bis hin zu kryptischen Andeutungen, die wie Signale aus einer anderen Welt wirken. Manchmal glaube ich, ich spreche nicht ins Internet hinein, sondern antworte auf Stimmen, die nur ich hören kann. All das vermischt sich zu einem Staccato von gelegentlichen Gedanken, Erinnerungen und Grübeleien über das Leben, das Universum und den ganzen Rest.

Man kann nicht unbedingt sagen, dass Der Bastard eine Kunstfigur ist, aber eigentlich doch. Im Grunde handelt es sich um eine sorgfältig gepflegte Überschneidung von Wahrheit, Übertreibung, Beobachtung, Erfindung und gelegentlichem Unsinn und Schwachfug. Die Grenzen zwischen realem Menschen und Alter Ego sind verschwommen, es bleibt eine spiralnebelhafte Unschärfe zurück welche selbst Werner Heisenberg in stille und demütige Kontemplation versetzen würde. Das praktische an Kunstfiguren ist ja, dass man ihnen quasi alles in den Mund legen kann (That’s what she said, hrhrrr…) für das man selbst zu feige ist und sich einen Fick um die Konsequenzen scheren muss, solange man vorher und hinterher ganz laut sagt, dass es ja eigentlich nur darum ging, der Realität eine gewisse dramaturgische Nachbearbeitung zu geben und das alles nur Satire ist. Man könnte auch behaupten, es sei Sartre, aber das würde einem kaum jemand abkaufen, immerhin ist Sartre schon seit geraumer Zeit tot. Übrigens: Er starb im April 1980 – und ich wurde im November desselben Jahres geboren. DAS KANN DOCH KEIN ZUFALL SEIN!?
